Polyneuropathie: Kaffee, Alkohol und co. - Was ist erlaubt?

Eine Polyneuropathie ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems und kann sich in verschiedenen Formen zeigen. Sie kann verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten Ursachen zählen Diabetes mellitus und hoher Alkoholkonsum. Kaffee ist ein Muntermacher und erregt das vegetative Nervensystem. Bei einer Polyneuropathie müssen Sie nicht vollständig auf Kaffee verzichten, doch sollten Sie den Kaffeegenuss überdenken. Auch bei verschiedenen anderen Lebensmitteln sollten Sie Vorsicht walten lassen.

Polyneuropathie: Kaffee, Alkohol und co

Kaffee und Tee bei Polyneuropathie

Kaffee muntert auf, doch ist seine Wirkung nur von kurzer Dauer. Das vegetative Nervensystem wird durch Kaffee verengt, während sich die Herzfrequenz erhöht. Auch wenn Kaffee die Ausscheidung über den Darm fördert, kann er den Körper nicht entgiften. Die Koordination vegetativer und autonomer Nervenfunktionen kann durch Kaffeegenuss beeinträchtigt werden. Sie müssen bei einer Polyneuropathie nicht vollständig auf Kaffee verzichten. Zu empfehlen ist jedoch ein geringerer Kaffeekonsum. Das gilt auch für Schwarzen Tee. Besser als Kaffee ist Kräutertee. Sie können davon so viel trinken, wie Sie mögen.

Erlaubt ist auch Grüner Tee. Er ist im Gegensatz zum Schwarzen Tee nicht fermentiert und enthält daher noch biologisch wirksame Substanzen. Die antioxidative Aktivität ist bei Grünem Tee höher als bei fermentiertem Tee. Grüner Tee hat einige positive Auswirkungen auf die Gesundheit, die auch indirekt einer Polyneuropathie vorbeugen oder die Beschwerden einer Polyneuropathie lindern können. Im Tierversuch hat Grüner Tee gezeigt, dass er der Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen wie Herzinfarkt entgegenwirken und damit auch bei einer Polyneuropathie positiv wirken kann. Er kann auch der Entstehung verschiedener Krebsarten entgegenwirken. Ob Grüner Tee auch direkt einer Polyneuropathie entgegenwirken kann, ist noch nicht bewiesen.

Alkohol und Polyneuropathie

Leiden Sie unter einer Polyneuropathie oder möchten Sie einer Polyneuropathie vorbeugen, sollten Sie Alkohol meiden. Alkohol hat ein hohes Schädigungspotential. Auch dann, wenn die Polyneuropathie nicht durch Alkohol verursacht wurde, sollten Sie verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen. Alkohol gehört zu den bekanntesten Ursachen einer Polyneuropathie. Einerseits ist er ein Zellgift, das Nervenschäden hervorrufen kann. Andererseits kommt es bei Alkoholabhängigen häufig zu einer Mangelernährung. Der dadurch bedingte Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen kann eine Polyneuropathie begünstigen oder die Beschwerden verstärken. Die Verstoffwechselung von Vitaminen verschlechtert sich bei erhöhtem Alkoholmissbrauch und bei einer Mangelernährung. Es mangelt vorwiegend an Vitaminen des B-Komplexes, die wichtig für das Nervensystem sind. Schätzungsweise sind in Deutschland

  • 2 Millionen Menschen alkoholabhängig
  • weitere 2 Millionen Menschen mit einem schädlichen Alkoholgebrauch anzutreffen
  • weitere 24 Milionen Menschen durch einen riskanten Alkoholkonsum gekennzeichnet.

Von einem riskanten Alkoholkonsum ist die Rede, wenn der tägliche Tagesverbrauch bei Frauen bei mehr als 20 Gramm Alkohol und bei Männern bei mehr als 30 Gramm Alkohol liegt. Patienten, die zu einer der drei Gruppen gehören und unter einer Polyneuropathie leiden, sollten, auch wenn Alkohol nur eine Nebenursache darstellt, mindestens ein Vierteljahr lang ganz auf Alkohol verzichten. Gehören Sie nicht zu diesen Risikogruppen, sollten Sie so lange auf Alkohol verzichten, bis sich die Beschwerden bessern. Auch dann, wenn sich die Beschwerden wieder gebessert haben, sollten Sie möglichst wenig Alkohol trinken.

Diabetes und Alkohol

Neben einem hohen Alkoholkonsum kann auch Diabetes mellitus vom Typ I und Typ II die Ursache einer Polyneuropathie sein. Um die Beschwerden einer Polyneuropathie zu lindern oder einer Polyneuropathie vorzubeugen, sollten Sie auch bei Diabetes mellitus sparsam mit Alkohol umgehen. Der Blutzuckerspiegel steigt beim Konsum alkoholischer Getränke aufgrund des Kohlenhydratgehalts an. Allerdings kann ein übermäßiger Alkoholkonsum bei Diabetes mellitus auch zu einer Unterzuckerung führen, da die Leber den Alkohol verarbeiten muss und die Abgabe von Zucker aus dem Glukosespeicher in den Blutkreislauf blockiert. Das ist bereits ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,45 Promille möglich. Grundsätzlich sollten bei Diabetes mellitus Frauen daher täglich nicht mehr als 10 Gramm Alkohol und Männer nicht mehr als 20 Gramm Alkohol konsumieren. Eine Halbliterflasche Bier enthält 20 Gramm reinen Alkohol. In einem Viertelliter Wein sind bereits 25 Gramm Alkohol enthalten. Diabetiker sollten niemals eine Mahlzeit durch Alkohol ersetzen. Alkohol sollte zur Vermeidung einer Unterzuckerung in Verbindung mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit eingenommen werden.

Softdrinks und Polyneuropathie

Da Polyneuropathie häufig durch Diabetes mellitus verursacht wird, sollten Sie den Konsum von Softdrinks wie zuckerhaltigen Limonaden und Cola einschränken. Alternativen dazu können Mineralwasser mit Zitronensaft oder Fruchtsäfte sein, die Sie mit Wasser verdünnen. Diese Getränke treiben den Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe und sind bei einer Polyneuropathie geeignet. Auch auf Süßigkeiten und Fastfood sollten Sie verzichten. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie auf Softdrinks und Süßigkeiten vollständig verzichten müssen. Schokolade und andere Süßigkeiten können Sie beispielsweise durch Trockenobst ersetzen. Es ist weniger süß und hat weniger Kalorien. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann den Blutzuckerspiegel senken und eignet sich auch bei Polyneuropathie.

Bildquelle ©Korn V. – stock.adobe.com

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