Vitaminmängel - Das sollten Sie beachten

Ein Vitaminmangel ist meistens durch eine einseitige Ernährung bedingt. Er kann verschiedene Erkrankungen begünstigen und gehört zu den Hauptursachen von Polyneuropathie. Da vor allem ein Mangel an Vitamin B12 zu einer Polyneuropathie führen kann, ist das Erkrankungsrisiko bei Vegetariern und Veganern besonders hoch. Ein Vitaminmangel kann durch verschiedene Erkrankungen und Lebensumstände gefördert werden. Auch eine Vitaminüberdosierung erhöht das Erkrankungsrisiko für Polyneuropathie.

Vitaminmangel - Ursache für Polyneuropathie

Verschiedene Ursachen für einen Vitaminmangel

Ein Vitaminmangel, der zu einer Polyneuropathie führen kann, hat unterschiedliche Ursachen. Von einem Mangel an Vitamin B12 sind vor allem Vegetarier, die auf Fleisch verzichten, sowie Veganer, die komplett auf Fleisch, Fisch, Eier, Milch und andere tierische Produkte verzichten, betroffen. Auch eine Magenoperation oder erhöhter Alkoholkonsum kann zu einem Mangel an Vitamin B12 und an anderen Vitaminen führen. Ein Mangel an Vitamin B1 (Thiamin) entsteht durch chronische Darm- oder Lebererkrankungen. Eine Polyneuropathie kann auch durch einen Mangel an Vitamin B6 oder Vitamin E gefördert werden. Ältere Patienten sind häufiger von einem Vitaminmangel betroffen, da die Vitamine durch den Darm nicht immer vollständig aufgenommen werden. Häufig ist ein Vitaminmangel in einer einseitigen Ernährung begründet.

Ein Vitaminmangel kann eine Polyneuropathie, aber auch andere Erkrankungen begünstigen. Eine Polyneuropathie kann daher auch indirekt infolge eines Vitaminmangels auftreten, beispielsweise als Begleiterscheinung von Krebs.

Wie sich ein Mangel an Vitamin B12 bemerkbar macht

Wird eine Polyneuropathie durch einen Vitaminmangel hervorgerufen, handelt es sich am häufigsten um einen Mangel an Vitamin B12. Ein Mangel an Vitamin B12 macht sich zumeist erst dann bemerkbar, wenn er schon weit fortgeschritten ist. Er kann sich mit

  • Kribbeln und Lähmungserscheinungen in den Füßen
  • sensibler Ataxie (Störung der Bewegungskoordination)
  • Hypästhesie (herabgesetzte Druck- und Berührungsempfindung)

äußern. In seltenen Fällen kann es zu Paresen (Lähmungen) kommen. Wird der Vitamin-B12-Mangel nicht behandelt, kann das nicht nur zu einer Polyneuropathie führen, sondern es kann auch zu Depression, Demenz oder Optikusatrophie (degenerative Erkrankung des Sehnervs) kommen. Um das Fortschreiten des Vitaminmangels und das Entstehen einer Polyneuropathie sowie weiterer Erkrankungen zu verhindern, ist eine schnelle Gabe von Vitamin B12 erforderlich. Vitamin B12 wird zumeist als Injektion verabreicht. Um die Folgen einer Polyneuropathie zu begrenzen, ist eine entsprechend hohe Dosis des Vitamins erforderlich.

Vitamin B1 und seine Rolle bei Polyneuropathie

Der Oberarzt und Leiter der Neuromuskulären Spezialambulanz an der Neurologischen Klinik des Hermann-Josef-Krankenhauses Erkelenz, Prof. Dr. med. Karlheinz Reiners, schreibt einem Mangel an Vitamin B1 (Thiamin) eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Diabetes und Neuropathien zu. Ein Mangel an Vitamin B1 kann die Entstehung von Diabetes und damit verbunden einer Polyneuropathie fördern. Bei vielen Diabetikern besteht nach Ansicht von Prof. Dr. Reiners ein gravierender Mangel an Vitamin B1. Pathogene Prozesse im diabetischen Stoffwechsel werden durch einen Vitamin-B1-Mangel gefördert. Sie können zu Gefäßschäden und anderen diabetischen Komplikationen führen. Wird im Zusammenhang mit Diabetes oder einer Polyneuropathie ein Mangel an Vitamin B1 festgestellt, kann er mit der Gabe von Benfotiamin, einer Vorstufe von Vitamin B1, kompensiert werden. Bei einer diabetischen Polyneuropathie wirkt Benfotiamin zusätzlich der Schmerzwahrnehmung entgegen. Als fettlösliche Verbindung kann Benfotiamin vom Körper gut aufgenommen werden. Mit der biologisch aktiven Form von Vitamin B1, Thiamin-Diphosphat, wird eine höhere Bioverfügbarkeit von Vitamin B1 erzielt.

Vitamin B6 und die Auswirkungen bei Polyneuropathie

Ein Mangel an Vitamin B6 kann eine subakute sensomotorische Polyneuropathie verursachen. Zu einem Mangel an Vitamin B6 kann es bei einer raschen Gewichtsabnahme oder durch Komplikationen bei der Behandlung von Morbus Parkinson kommen. Ein ernährungsbedingter Mangel an Vitamin B6 ist selten. Häufiger führt die Einnahme verschiedener Medikamente zu einem Mangel an Vitamin B6. Wie eine Studie aus dem Jahr 1981 ergab, kann eine Gabe von Vitamin B6 die Beschwerden einer diabetischen Polyneuropathie nicht lindern. Im Gegensatz dazu können Patienten mit Niereninsuffizienz und Polyneuropathie von der Gabe von Vitamin B6 profitieren.

Eine Gefahr besteht bei einer zu hohen Dosierung von Vitamin B6. Werden langfristig sehr hohe Dosen von Vitamin B6 gegeben, kann es zu Neuropathien kommen. Wie eine Studie ergab, traten bei Frauen neuropathische Erkrankungen auf, wenn über viele Jahre die tägliche Dosis von 117 Milligramm überschritten wurde. Gegenwärtig liegen noch keine einheitlichen Ergebnisse vor, ab welchem Schwellenwert die Gabe von Vitamin B6 schädlich ist. Es kommt daher darauf an, einen Mangel sehr sorgfältig und kontrolliert zu kompensieren.

Wie Sie einem Vitaminmangel entgegenwirken können

Möchten Sie einem Vitaminmangel und damit verbunden dem Entstehen einer Polyneuropathie entgegenwirken, kommt es auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung an. Ernähren Sie sich vegetarisch oder vegan, können Sie einem Mangel an Vitamin B12 durch Nahrungsergänzungsmittel entgegenwirken. Anhand von Blutuntersuchungen kann eine Vitaminanalyse vorgenommen werden. Wird ein Mangel an Vitaminen festgestellt, sollte ein Ausgleich erfolgen. Da die Vitamine bei einem Mangel oft nicht durch den Darm aufgenommen werden, ordnet der Arzt zusätzlich meist eine Darmspiegelung an. Mit einer Darmsanierungsmaßnahme, die auf einer Umstellung der Ernährung beruht, kann eine bessere Aufnahme der Vitamine durch den Darm erzielt werden. Um die Beschwerden einer diabetischen Neuropathie auf einem niedrigen Niveau zu halten, kann eine Modifikation des Lebensstils sinnvoll sein. Eine optimierte Blutdruck- und Blutzuckereinstellung, Rauchstopp, eine Diabetes-Remissionsbehandlung mit einem optimierten Verhältnis von Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten sowie Sport können einem Fortschreiten der Polyneuropathie entgegenwirken.

Bildquelle ©Yulia Furman – stock.adobe.com

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