Diabetische Polyneuropathie - Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Die diabetische Polyneuropathie gehört zu den häufigsten Folgeschäden einer Diabetes-Erkrankung. Die Folgen können zu Missempfindungen führen. Lähmungen und chronische Schmerzen sowie Erektionsprobleme sind aber ebenfalls nicht auszuschließen.

Ursachen für die diabetische Polyneuropathie

Die Ursachen und Mechanismen der Nervenschädigung sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt allerdings Vermutungen, wie die Schädigung zustande kommt. Darunter:

  • Durch den hohen Blutzucker kommt es zu einer Beeinträchtigung der Blutgefäße, die auch die Nerven versorgen. Die Nerven werden schlechter versorgt.
  • Hoher Blutzucker kann Stoffwechselvorgänge in Gang setzen, die die Nerven schädigen.
  • Beeinträchtigung der Weiterleitung von Signalen und dadurch gestörte Empfindungen.

Symptome der diabetischen Neuropathie

Obwohl die Ursachen der diabetischen Neuropathie noch längst nicht gänzlich geklärt sind, sind die Symptome beziehungsweise Anzeichen häufig klar, schnell und deutlich zu erkennen. Zu ihnen gehören:

  • chronische Schmerzen
  • Taubheit
  • Lähmungen
  • Brennen
  • bohrende Schmerzen
  • verzögerte oder verringerte Temperaturempfindlichkeit
  • unangenehmes „Kribbeln“ beziehungsweise „Ameisenlaufen“
  • Haut kann sich „pelzig“ anfüllen
  • Spannungs- oder Druckgefühle
  • Gangunsicherheit und Anfälligkeit zum Stolpern
  • Veränderungen des Pulses und Störungen des Blutdrucks
  • niedriger Blutzucker wird schlecht oder gar nicht wahrgenommen

Diagnose der diabetischen Neuropathie

Da die diabetische Neuropathie mit Diabetes einhergeht, ist der behandelnde Arzt bei der bestehenden Diabetes-Diagnose bereits vorgewarnt. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen fällt die diabetische Neuropathie also schnell auf.

Diagnose einer diabetischen Neuropathie - Wahrnehmung der Berührung über Nylonfaden
Diagnose einer diabetischen Neuropathie - Wahrnehmung der Berührung über Nylonfaden

Untersucht werden unter anderem die folgenden Punkte:

  • allgemeine Schmerzempfindung
  • Berührungs- und Druckempfindung der Füße
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Reflex der Achilles- und Kniesehnen
  • Vibrationsempfindung
  • Wahrnehmung der Temperatur

Folgen der diabetischen Neuropathie

Da die Schmerzwahrnehmung aufgrund der diabetischen Neuropathie gestört ist, kann beispielsweise die Entstehung von Geschwüren oder anderen Problemen gar nicht oder stark verzögert wahrgenommen werden. Das kann Infektionen und daraus folgende Schäden begünstigen.

Abhängig von der Form der diabetischen Neuropathie können auch andere Folgeschäden auftreten. Stolperanfälligkeit und eine damit einhergehende erhöhte Sturzgefahr können zu vermehrten Stößen und Stürzen führen. Durch Veränderungen des Pulses und eine schlechtere Wahrnehmung des sinkenden Blutzuckers kann es zudem vorkommen, dass Betroffene schneller und / oder häufiger an einer Unterzuckerung leiden.

 

Verschiedene Formen der diabetischen Neuropathie

Die diabetische Neuropathie wird grundlegend in zwei verschiedene Formen unterschieden:

Die sensomotorische und die autonome Neuropathie.

Bei der sensomotorischen Neuropathie breiten sich die Beschwerden von unten nach oben aus. Zehen, Füße, Schenkel sind in der Regel nacheinander betroffen. Das zieht Gangunsicherheit und Stolperanfälligkeit nach sich. Dadurch kann eine erhöhte Sturz- und Verletzungsanfälligkeit entstehen. Betroffene merken häufig auch nicht, dass die Schuhe zu eng sitzen oder die Socken einschnüren. Das kann beispielsweise zu weiteren Problemen durch eine eingeschränkte Durchblutung führen. Sogar Verletzungen werden nur eingeschränkt oder gar nicht wahrgenommen, wodurch das Risiko für Infektionen und Schäden steigt.

Handelt es sich um die autonome diabetische Neuropathie, sind die Symptome oftmals noch schwerer. Hierbei handelt es sich unter anderem um:

  • Schluckstörungen
  • Erektionsstörungen und Störungen des sexuellen Empfindens
  • Störungen von Puls oder Blutdruck
  • Blasenschwäche
  • sinkender Blutzucker wird nicht bemerkt

Hinzu kommen kann bei der diabetischen Neuropathie auch, dass der Körper selbst nicht mehr oder nur noch begrenzt gegenreguliert, wenn der Blutzucker sinkt.

Behandlung der diabetischen Neuropathie

Eine pauschale Antwort kann es bei der Behandlung der diabetischen Neuropathie nicht geben. In der Regel werden aber drei Ziele verfolgt:

  1. Stabilisierung der Nerven und das Verhindern eines fortschreitenden beziehungsweise weiteren Nervenschadens.
  2. Schmerztherapie zur Linderung der Beschwerden und zur Steigerung der Lebensqualität.
  3. Aufklären du Informieren der Betroffenen, um ein Bewusstsein für die möglichen Alarmzeichen und Folgen zu schaffen.

Von wem wird die diabetische Neuropathie behandelt?

Bei einer vorliegenden diabetischen Neuropathie arbeiten meist mehrere Ärzte beziehungsweise Spezialisten zusammen. Hierbei handelt es sich in der Regel um Neurologe, Diabetologe, Hausarzt und Schmerztherapeut. Eine Abstimmung ist nicht nur sinnvoll, sondern häufig erforderlich, um die Therapie und Medikation optimal zu gestalten.

Ebenfalls sinnvoll bei der diabetischen Neuropathie kann eine medizinische Fußpflege sein. Da Diabetiker oftmals nicht bemerken, dass sich Krankheiten wie Fußpilz entwickeln, Geschwüre auftreten können oder sich erste Veränderungen an den Füßen zeigen. Die medizinische Fußpflege kann als Pflege und Kontrolle fungieren.

Ist eine Vorbeugung der diabetischen Neuropathie möglich?

Eine Garantie zur Vorbeugung gibt es nicht, das Risiko für Beschwerden und Folgeschäden soll aber durch die folgenden Verhaltensweisen gesenkt werden können:

  • Übergewicht kontrolliert abbauen
  • Kontrolle und Einstellung des Blutzuckers sowie der Blutdruck- und Blutfettwerte
  • auf Alkohol und Nikotin verzichten oder den Konsum zumindest stark reduzieren
  • regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eigene Kontrollen
  • Wahrnehmen von Informationsangeboten und umsetzen des Wissens
  • medizinische Fußpflege
  • tägliche Kontrolle der Füße

Diabetische Neuropathie und die Psyche

Wenn mit der diabetischen Neuropathie auch (chronische) Schmerzen einhergehen, kann das die Psyche belasten. Eine belastete Psyche kann wiederum zu größeren Schmerzen führen. Es kann daher sinnvoll sein, eine Psychotherapie zu starten. Auch ein spezielles Schmerzbewältigungstraining kann die Beschwerden lindern.

Allerdings handelt es sich hierbei in jedem Fall um eine individuelle Entscheidung, sodass jeweils nur Empfehlungen ausgesprochen aber keine generellen Lösungen gefunden werden kann, die für alle Betroffenen passt.

Bildquelle ©Bernhard Schmerl – stock.adobe.com

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