Welche Nervenkrankheiten gibt es?

Der Begriff Nervenkrankheiten ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen des Nervensystems. Die Mehrzahl der Störungen ist physischer Natur. Häufig sind sie jedoch von psychischen Beeinträchtigungen begleitet. Viele Nervenkrankheiten sind chronisch und können nicht geheilt werden. Andere klingen von selbst wieder ab. Die Symptome der Nervenerkrankungen sind so vielfältig wie ihre Ursachen. Sie umfassen Empfindungsstörungen, motorische Probleme, Krämpfe, Taubheitsgefühle und Lähmungen und können in extremen Fällen bis zum Tod des Patienten führen. Die Behandlung von Nervenerkrankungen erfolgt je nach Ursache und vorliegender Symptomatik. Bei leichten Formen der Erkrankung stehen die Heilungschancen gut und die Beschwerdefreiheit kann mit der entsprechenden Therapie in kurzer Zeit erreicht werden.

Welche Nervenkrankheiten gibt es?

Volkskrankheit Nervenleiden

Pro Jahr behandeln die Neurologen in den deutschen Krankenhäusern rund eine Million Patienten mit Nervenkrankheiten. Die Betroffenen leiden unter Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose, neurodegenerativen Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit oder klagen über Migräne. Auch neurologische Erkrankungen wie Polyneuropathie und Schlaganfälle sind im Vormarsch und entwickeln sich zu regelrechten Volkskrankheiten. Zu den häufigsten Nervenkrankheiten zählen:

  • Schlaganfälle
  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Hirnhautentzündungen
  • Epilepsie
  • Migräne
  • Polyneuropathie

Die häufigsten Nervenkrankheiten im Detail

Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer spontanen Minderdurchblutung des Gehirns. Auslöser sind durch eine Embolie oder Arteriosklerose verstopfte Hirnarterien oder eine Hirnblutung. Durch den Schlaganfall kommt es zu Funktionsstörungen des Gehirns. Zu den häufigsten Symptomen zählen halbseitige Lähmungen, Schwindel, Seh- und Sprachstörungen. Eine verbreitete Ursache für einen Schlaganfall ist ein erhöhter Blutdruck. In Deutschland sterben pro Jahr rund 60 000 Menschen aufgrund eines Schlaganfalls. Weltweit ist diese Nervenkrankheit die Todesursache Nummer zwei.

Morbus Parkinson

Die Parkinson-Krankheit zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen in Deutschland. Pro 1000 Einwohner erkranken 1 bis 2 Personen im Laufe ihres Lebens. Parkinson tritt meistens in fortgeschrittenem Alter auf und zeigt sich am häufigsten zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr. Die Krankheit wird durch eine Mangelproduktion des Botenstoffs Dopamin verursacht. Bei den Betroffenen kommt es zu Störungen im Bereich des Bewegungsapparats. Die Symptome sind eine Starre der Muskeln, Bewegungsverarmung und das typische Zittern der Extremitäten. Durch entsprechende Medikamente und Therapien kann der Fortschritt der Krankheit gebremst werden. Eine Heilung ist bislang nicht möglich.

Multiple Sklerose

Bei der Multiplen Sklerose sind Nervenzellen des Rückenmarks und Gehirns von einer Schädigung betroffen. Durch ein fehlerhaftes Agieren des Immunsystems kommt es zu einer Entzündungsreaktion. Davon betroffen sind die Nervenscheiden, welche die Nervenzellen umgeben. Die Schädigungen der betroffenen Gewebe können im gesamten Zentralnervensystem auftreten und führen zu einem individuell unterschiedlichen Krankheitsbild. Die Multiple Sklerose entwickelt sich in Schüben. Die Symptome äußern sich in Form von Sensibilitätsstörungen, Lähmungserscheinungen und Veränderungen der Persönlichkeit. Die Autoimmunerkrankung betrifft 0,1 bis 0,2 % der deutschen Bevölkerung und tritt am häufigsten im Alter zwischen 20 und 40 auf. Multiple Sklerose ist nicht heilbar und die Therapie konzentriert sich auf eine Verminderung der Schubfrequenz.

Hirnhautentzündungen

Die Hirnhautentzündung wird auch als Meningitis bezeichnet. Sie wird durch verschiedene Krankheitserreger wie Bakterien und Viren ausgelöst und kann unbehandelt einen schweren Verlauf nehmen. Bakteriell verursachte Hirnhautentzündungen äußern sich in der Regel schwerwiegender als solche, die durch Viren ausgelöst werden. Zu den typischen Symptomen einer Hirnhautentzündung zählen die Steifigkeit des Nackens, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Bewusstseinsstörungen und Kopfschmerzen. Oft ist eine akute Meningitis auch von Fieber begleitet. Eine rasche Diagnose und Behandlung der Hirnhautentzündung bewahren den Patienten vor neurologischen Folgeschäden.

Epilepsie

Das Risiko an Epilepsie zu erkranken ist vor dem 5. und nach dem 60. Lebensjahr am höchsten. Deutschlandweit befinden sich rund 500 000 Menschen aufgrund dieser Nervenkrankheit in Behandlung. Bei der Epilepsie ist die Leitung der elektrischen Nervenimpulse gestört. Aufgrund dieser krankhaften neuronalen Aktivität des Gehirns erleiden die betroffenen Patienten epileptische Anfälle. Es kommt dabei zu Krämpfen, Zuckungen und dem Verlust des Bewusstseins. Rund fünf Prozent der Bevölkerung erleiden einmal in ihrem Leben einen solchen Anfall. Von einem Epileptiker sprechen Fachleute, wenn ein solcher Anfall wiederholt auftritt. Mit einer entsprechenden Behandlung und Therapie können an Epilepsie Erkrankte zu einem großen Teil anfallsfrei leben.

Migräne

Die Migräne zählt zu den chronischen Kopfschmerzarten. Sie äußert sich häufig anfallsartig und kann durch Schwankungen im Hormonhaushalt, Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln und Stress ausgelöst werden. Fachleute unterscheiden Migräne mit und Migräne ohne Aura. Die Migräneaura ist eine neurologische Störung. Sie dauert in der Regel zwischen 5 und 60 Minuten und geht meist mit Sehbeschwerden einher. Tritt die Migräneaura auf, folgen die pulsierenden und pochenden Kopfschmerzen. Zu den weiteren Symptomen einer Migräne zählen Übelkeit, Appetitlosigkeit, Lähmungen und Sprachstörungen. In Deutschland sind rund 10 bis 12% der Bevölkerung von einem Migräneleiden betroffen.

Polyneuropathie

Bei der Polyneuropathie handelt es sich um einen Sammelbegriff für Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Von den Störungen sind die motorischen, sensiblen und autonomen Nerven außerhalb des Gehirns und Rückenmarks betroffen. Polyneuropathien werden häufig durch andere zu Grunde liegende Erkrankungen ausgelöst. Zu den häufigsten zählen der chronische Missbrauch von Alkohol und Diabetes mellitus. Die angeborene Form der Polyneuropathie ist selten und kann durch eine Störung der Nervenleitgeschwindigkeit oder einen Enzymdefekt verursacht sein. Die von einer Polyneuropathie betroffenen Patienten klagen über ein Kribbeln in den Extremitäten, brennende Schmerzen, ein vermindertes Schmerzempfinden, Kraftverlust, Krämpfe und Lähmungserscheinungen. Auch Verdauungsstörungen, Herzrhythmusstörungen und Impotenz zählen zu den Symptomen einer Polyneuropathie. Bei der Therapie werden die zugrunde liegenden Erkrankungen behandelt oder entsprechende Medikamente verabreicht. Leichte Formen der Polyneuropathie sind in der Regel gut therapierbar.

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