Wann droht bei einem diabetischen Fuß die Amputation?

Eine gefürchtete Folgeerkrankung eines Diabetes mellitus ist das sogenannte „Diabetischer Fuß-Syndrom„. Der Begriff steht für ein vielfältiges Krankheitsbild, das sich aufgrund eines langjährigen, schlecht eingestellten Diabetes mellitus entwickeln kann.

Die Medizin unterscheidet beim diabetischen Fuß folgende Formen:

  • Die neuropathische Form (nervlich bedingt, 60-70 % aller Erkrankten)
  • Die ischämische Form (durchblutungsbedingt, syn. angiopathisch, 15 % der Betroffenen)
  • Eine Mischform (15 % der Diabetiker mit diabetischem Fuß-Syndrom)
Wann droht bei einem diabetischen Fuß die Amputation?

Wie entsteht ein diabetisches Fuß-Syndrom – was sind die Anzeichen?

Die Entstehung des Syndroms lässt sich beim neuropathischen Fuß auf zwei Ursachen zurückführen:

  • Die in den äußeren Zonen des Fußes gelegenen Nerven sind durch einen jahrelang erhöhten Blutzuckerspiegel geschädigt
  • Das Fußgewölbe sackt zusammen, weil aufgrund der geschädigten Nerven die Muskulatur geschwächt ist

Es kommt zu Taubheitsgefühlen und schmerzlosen Druckstellen an den Fußsohlen oder den Zehen. Die Haut fühlt sich trocken und warm an, der Puls ist tastbar. Das fehlende Schmerzempfinden kann zu Brüchen und Geschwüren führen. Infizierte Fußgeschwüre heilen bei betroffenen Diabetikern schlecht ab und können sich großflächig ausbreiten. Lässt sich die Infektion nicht eindämmen, droht schlimmstenfalls eine Amputation.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Treten erste Anzeichen auf, muss umgehend ein mit dem Krankheitsbild vertrauter Orthopäde, Dermatologe beziehungsweise Internist konsultiert werden. Ein schnelles, professionelles Eingreifen hilft, zusätzliche Komplikationen zu vermeiden und eine Amputation zu verhindern. Umfassende Untersuchungen (Röntgen, nuklearmedizinische Untersuchung, Magnetresonanztomographie) erfassen Veränderungen an den Gefäßen und den Knochen. Liegen Geschwüre vor, macht der Arzt einen Abstrich, Infektionen werden stationär mit Antibiotika behandelt. Beim Vorliegen einer Ischämie kann ein operativer Eingriff notwendig sein, um Engstellen zu dehnen. Thrombozyten-Aggregationshemmer verbessern die Fließfähigkeit des Blutes. Geschwüre lassen sich mit einer speziellen Gipstechnik therapieren. Zur Korrektur einer Fehlstellung der Füße eignen sich Einlagen und orthopädische Schuhe.

An welchem Punkt droht einem diabetischen Fuß die Amputation?

Mit Stand vom August 2017 leben in Deutschland 7-8 Millionen Diabetiker. Die Zahl der auf den Diabetes zurück zu führenden Amputationen ist seit der Jahrtausendwende rasant gestiegen. Vor circa 20 Jahren lag die Zahl der Amputationen bei rund 29.000 Eingriffen. Mittlerweile werden jährlich 62.000 Amputationen durchgeführt, die Tendenz steigt. Zu spät diagnostiziert und unbehandelt besteht ein hohes Risiko, dass ein diabetischer Fuß abgenommen werden muss. Eine Amputation ist das letzte Mittel, sofern medikamentöse und operative Maßnahmen nicht ausreichen, um Infektionen und Nekrosen zu stoppen.

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